Oscar bis 6 Uhr …

… und es hat sich nicht gelohnt. Leider haben viele Filme Oscars erhalten, die diese Auszeichnung nicht verdient haben. Doch der Reihe nach.

Zunächst gibt es Lob aber auch Schelte für Pro7. Natürlich war der Vorlauf für diese Übertragung sehr kurz aber trotzdem hätte die Übertragung besser klappen können. Gerade nach der ersten Werbepause gab es wohl Probleme das Programm wieder korrekt und rechtzeitig wieder aufzuschalten. Dafür war Steven Gätjen auf dem roten Teppich sehr gut vorbereitet. Gute und interessante Fragen zu allen Prominenten haben den Vorlauf zur Verleihung spannend gemacht. Darüber hinaus wusste Steven Gätjen zu allen Prominenten, die er am Mikrofon hatte, viele wichtige Infos. Komisch war zu Beginn der Verleihung die Bildqualität der animierten Eröffnung. Die Bilder waren seltsam doppelt zu sehen und verschoben. Kann sein dass dies mit Absicht so gemacht wurde, dann hat sich aber der Grund dafür nicht wirklich erschlossen. Der Moderator aus diesem Jahr war leider wirklich mies. Wahrscheinlich ist er ein Opfer des Autorenstreik, auch wenn diese bereits beendet wurden. Dieser Streik ist natürlich ein Thema während der Verleihung gewesen. Gerade bei der Verleihung der Drehbuch Oscars haben die Preisträger die Chance genutzt um Ihre Oscars auch allen anderen Autoren zu widmen.

Hab ich schon gesagt, dass der Moderator schwach war?

Auffallend waren auch die technischen Schwierigkeiten. Leider ist nicht ganz klar geworden, ob das Problem bei Pro7 lag, oder bei ABC als Oscarsender. Schlimm wurde es, als die Titel für den Oscar für das beste Lied vorgestellt wurden. Dieses Jahr wurden diese einzelnd auf der Bühne aufgeführt. Im großen und ganzen waren es wirklich schöne Songs. Bei einer Gospelnummer, „Raise It Up“ aus dem Film „August Rush“ jedoch gab es massive Tonstörungen in Form einer wirklich schlimmen Übersteuerung. Gerade während die 11 jährige Sängerin ihr Solo beginnt. Schade. Gott sei dank ist es auf der YouTube Version nicht zu hören. Apropos YouTube… natürlich hat die Academy alle Videos gesperrt … Tja so ist das in einer kommerzialen Welt. Laut Spiegel war dies wohl auch der schwächste Oscar was die Einschaltquoten angeht.

Kommen wir zu den wichtigen Preisen. Um es gleich zu sagen: „Abbitte“ hat keinen Oscar bekommen. Zumindest nicht in diesen Kategorien. Den Oscar für den besten Soundtrack zu bekommen mutet wie ein Trostpreis an. Jeder weiß, wie beliebt diese Dinger sind.

Der große Skandal meiner Meinung nach ist der Oscar für den besten Film. „No Country for Old Men„, vom Spiegel als „brutale Menschenjagd“ bezeichnet, und der äußerst Ekel erregende Trailer lässt dies vermuten, hat diesen Oscar in keiner Weise verdient.

Dass Daniel Day-Lewis den Oscar für die besten männliche Hauptrolle in „There Will Be Blood“ bekommt, war auch so klar wie das Amen in der Kirche. Schade wenn man schon für eine einzelne Leistung, die Leistung von Day-Lewis ist gut aber nicht ausreichend, herrausragende Leistungen wie die von George Clooney, Tommy Lee Jones oder Viggo Mortensen außer Acht lässt. Zumal die anderen Beteiligten sich wesentlich häufiger auf der Leindwand blicken lassen als Day-Lewis.

Beim Oscar für die beste weibliche Hauptrolle hat jede Nominierte den Oscar verdient. Bekommen hat ihn Marion Cotillard für „La vie en rose„. Ihre Dankesrede war klasse!

Ellen Page hätte den Oscar für Ihre Leistung in „Juno“ auch sehr verdient. Sie ist allerdings noch jung und noch viele Chancen den Oscar für einen anderen Film zu bekommen. Potential hat Sie auf jeden Fall.

Lustig war die Dankesrede von Tilda Swinton, dieses Mal für „Michael Clayton“ für die beste Nebenrolle nominiert, die Ihren Agenten mit der Oscarfigur verglichen hat. Besonders der Hintern der Figur sei sehr ähnlich.

Warum „There Will Be Blood“ den Oscar für die beste Kamera gewonnen hat, verstehe ich definitiv nicht. Warum „No Country for Old Men“ überhaupt nominiert war, lässt sich überhaupt nicht erklären. Alle anderen nominierten Filme waren mit Abstand besser fotografiert/gedreht als diese Filme.

The Bourne Ultimatum“ hat interessante Preise abgeräumt. Mit Schnitt, Tonschnitt und Toneffekte hat dieser Film gleich drei Oscars nach Hause geholt.

Besonders hat mich aber der Oscar für das beste Drehbuch aus einer Vorlage geärgert. Auch hier hat „No Country For Old Men“ gewonnen. „Abbitte“, „Away From Her“ und „There Will Be Blood“ waren definitiv besser umgesetzt.

Jetzt kommen bestimmt wieder Einwände, dass es beim Oscar noch nie um Qualität ging, doch einen Film so überzubewerten wie „No Country For Old Men“ ist noch nie passiert.

Ok, von Titanic abgesehen.

Trotzdem: Happy Birthday nachträglich Oscar zur 80.

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Eine Antwort zu Oscar bis 6 Uhr …

  1. daniela schreibt:

    Nun ja … ich wuerde mich schon lange nicht mehr auf (Film-)Kommentare vom Spiegel verlassen.
    Was ist zu erwarten, wenn in Filmen wie V wie Vendetta eine Szene falsch erinnert wird und genau darauf die komplette Kritik basiert? Sehr schoen auch, als man der Meinung war, man haette Batman Begins Martial Arts-Szenen hineingeschrieben, weil das gerade angesagt sei? Ein Blick ins Comic …. aber ach, ich will mich nicht aufregen.

    Ich bin auf jeden Fall gespannt auf No country for old man, das stand schon seit Januar auf meiner diesjaehrigen Kinowunschliste, und ich freu mich auch schon drauf. Gehe aber davon aus, dass diese Oscars – genau wie bei Daniel Day-Lewis – mal wieder solche „Gesamtwerk¨-Oscars waren.

    Haette mich aber sehr ueber einen Persepolis-Oscar gefreut. Bin glaub ich nach den Special Effects eingeschlafen.

    Zeit und Lust, demnaechst mal Sweeny Todd zu gucken?

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